Der implizierte Autor

Heute geht es um den implizierten Autor und dazu habe ich mir zwei Meinungen angeschaut. Zum Einen die von C. Booth und zum Anderen die von  Genette.

 

Zunächst habe ich mich gefragt, wie ich mich eigentlich verhalte, wenn ich ein Buch lese. Was sind meine Gedanken? Interessiert mich überhaupt der Autor des Buches oder interessiere ich mich eigentlich nur für den Inhalt?

 

Booth hat einen Begriff erfunden, den des „impliziten Autors“. Booth versucht in seinem Text den Leser zu erklären, wie er auf den Begriff des implizierten Autors kommt.  Für ihn ist der implizierte Autor der, von dem sich die Leser ein Bild machen, während sie das Buch lesen. Es ist für ihn sicher, dass jeder Leser sich ein Bild vom Autor macht. „Wie unpersönlich er auch zu sein versucht, sein Leser wird sich unweigerlich ein Bild von dem offiziellen Schreiber konstruieren, der auf diese Art und Weise schreibt(..)" (Booth,1961:143) Also macht sich jeder Leser ein Bild vom Autor. Er sagt, dass es eine Istanz zwischen dem realen Autor und dem Erzähler gäbe, den wir im Buch war nehmen.

Genette hingegen, ist der Meinung, dass die Idee des impliziten Autors überflüssig sei. Er geht davon aus, dass lediglich der reale Autor, sowie der Erzähler existieren und, dass kein Dritter aktiv sein kannt: Ist der implizierte Autor eine notwendige und (folglich) rechtagültige Instanz zwischen dem Erzähler und dem realen Autor? Als faktisch Instanz offenkundig nicht: Eine Fiktionserzählung wird fiktiv von ihrem Erzähler produziert und faktisch von ihrem (realen) Autor, zwischen ihnen wird kein Dritter aktiv(...)" (Genette, 1983: S.235).

 

Nach dem Vergleich dieser beiden Theorien, muss ich sagen, dass ich mir darüber wirklich noch nie Gedanken gemacht habe. Ich finde es beeindruckend, dass Booth sich Gedanken über die Instanz zwischen realem Autor und Erzähler, also dem impliziten Autor gemacht hat. Für mich ist es schwer zu sagen, wem ich zustimme. Es ist richtg, dass ich mir beim Lesen jemanden Vorstelle. Ich stelle mir den Erzähler vor, wie er auf die Geschichte die er schreibt guckt und erzählt was er sieht. Allerdings muss ich sagen, dass ich mir um den richtigen Autor noch nie Gedanken gemacht habe. Für mich zählt immer nur der Erzähler. Jeder Leser macht sich andere Gedanken während er ließt und hat andere Vorstellungen von dem, was er aus dem Text entnehmen kann.

6.11.14 19:00, kommentieren

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Was will der Autor uns damit sagen?

Erinnert ihr euch auch noch an den Deutschunterricht? Wie viele literarische Texte hat man gelesen und bearbeitet..und welche Frage stellte jeder Deutschlehrer am Ende? Was will der Autor uns damit sagen?" Ja, dass ist eine gute Frage..Manchmal war es wirklich schwierig, dies zu beantworten. Oft habe ich mich gefragt, wie ein Mensch darauf kommt, solch komische Texte zu schreiben. Wenn man sich dann aber einfach mal auf den Text einlässt und ihn wirklich zwei, drei oder sogar vier Mal liest merkt man, dass alles eine Bedeutung hat. Es gibt Gründe dafür, wieso der Autor diesen Text geschrieben hat. Der Autor möchte uns mit diesem Text dazu bringen, etwas zu verstehen.  Margrit Schreier schrieb im Lexikon Literaturwissenschaft Hundert Grundbegriffe,dass Bedeutung das sei, worauf Zeichen sich beziehen und was ein Zeichenbenutzer den Lesern zu verstehen geben wolle oder wofür ein Zeichen stehe. Das heißt, dass jedes Zeichen eine Bedeutung hat und uns etwas sagen möchte. Um das auf einen literarischen Text zu beziehen heißt es also, dass jedes Wort was der Autor schreibt, eine Bedeutung hat und das ein Text uns etwas zu verstehen geben soll. Also weiß jeder Autor bevor er einen Text schreibt, was er der Öffentlichkeit sagen möchte und dies voll und ganz beabsichtig ist. Dazu passt dann ebenfalls gut das Zitat von Grice Schiffer, dass nach internationaler Auffassung die Bedeutung das sei, was ein Sprecher mit seinen Äußerungen beabsichtige. Ist es also sinnvoll, dass unsere Lehrer uns immer wieder aufs Neue mit dieser Frage konfrontieren? Ja, natürlich ist es das. Erst wenn man sich mit dem Text befasst und überlegt, was uns der Autor damit sagen möchte, können wir das, was wir Lesen, wirklich verstehen und die Deutung entnehmen.

28.10.14 15:23, kommentieren